Verkehrspolitische Radtour durch Frankfurt - ADFC Wiesloch/Walldorf

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Wiesloch/Walldorf

Verkehrspolitische Radtour durch Frankfurt

Wenn der politische Wille vorhanden ist, kann auch mit wenig Geld aber guten Ideen viel erreicht werden!

Verengung an einer Kreuzung an einer Fahrradstraße
Verrengung im Kreuzungsbereich einer Fahrradstraße © ADFC

Samstagvormittag, Frankfurt Hauptbahnhof. Ansgar Hegerfeld, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Frankfurt und Landesvorsitzender des ADFC Hessen, erwartet uns bereits mit seinem Rad. Er wird uns durch Frankfurt führen und einige der Infrastrukturmaßnahmen zeigen, die die Stadt Frankfurt in den letzten Jahren im Bereich Radverkehr – u.a. auch auf Betreiben des ADFC - umgesetzt hat. Also startet unsere Gruppe, bestehend aus Vertreter:innen des ADFC Wiesloch- Walldorf und des ADFC Marburg, zu einer spannenden und äußerst informativen Tour durch die Stadt. 

Was wir nicht erwartet haben: wie gut man in Frankfurt Rad fahren kann. Was wir noch viel weniger erwartet haben: wie konsequent mehr Platz für’s Rad geschaffen wird. Ohne wirkliche Einschränkungen für den Autoverkehr hervorzurufen, werden Radwege angelegt, verbreitert oder ganze Fahrspuren für den Radverkehr umgewidmet und gleichzeitig Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen. So stellt die Stadt Frankfurt jährlich ca. 1.000 Fahrradbügel an den unterschiedlichsten Stellen im Straßenraum auf, um ein sicheres Anschließen zu ermöglichen. 

Wie sehr auch die an mehreren Stellen neu eingerichteten Fahrradstraßen die Lebensqualität der Anlieger heben, zeigt sich beim Durchfahren der Straßen: Kreuzungsbereiche sind mit geringem Aufwand neu gestaltet und geordnet, so dass Fußgänger mehr Platz haben, Fahrräder angeschlossen werden können und Kreuzungen frei von parkenden Autos bleiben. Abgesehen davon, dass dies die Sichtbeziehung aller Verkehrsteilnehmenden verbessert, entschleunigen diese Maßnahmen fühlbar den Verkehr. Die unmittelbar spürbare Folge, die uns gleich auffällt: mehr Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr, was dazu führt, dass anliegende Geschäfte und Cafés von mehr Kundschaft profitieren, da sich durch die Beruhigung des Verkehrs die Aufenthaltsqualität in den Fahrradstraßen enorm gesteigert hat. 

Bei all diesen Maßnahmen wurden und werden aber auch diejenigen mitgedacht, die die Straßen unabdingbar benötigen: Lieferdienste und Rettungsdienste. Während es für erstere spezielle Ladezonen gibt, werden die Radwege an Hauptverkehrsrouten z.T. so breit und zugänglich angelegt, dass die Rettungsdienste bei Stau darauf ausweichen können. 

Es zeigt sich: Gute Radinfrastruktur entlastet die Straßen, da es gerade im innerstädtischen Bereich schneller und bequemer ist, das Rad zu nutzen, gleichzeitig sorgt sie für ein schnelleres Durchkommen von Rettungskräften, die sich nicht quälend langsam an Staus vorbeikämpfen müssen. Dass nicht alle Veränderungen von allen Bürger:innen positiv aufgenommen werden, dass es Proteste und Ablehnung gab, erfahren wir natürlich auch. 

Was wir aber vor allem von unserer Tour in Frankfurt mitnehmen: Ist der politische Wille vorhanden, kann auch mit wenig Geld aber guten Ideen viel erreicht werden. 

Was mindestens genauso wichtig ist: Veränderungen müssen gemeinsam gedacht werden – Stadt, Rettungsdienste, Gewerbetreibende, Verbände – denn dann erfahren sie auch dort, wo es Bedenken gibt, die Akzeptanz, die sie brauchen. 

Und so lassen wir unsere verkehrspolitische Fahrradfahrt in einem Eiscafé – gemütlich und inzwischen ruhig gelegen in einer heiß diskutierten Fahrradstraße – ausklingen und sagen Ansgar Danke für Tour, Informationen und Tipps. 

Unser Fazit: Ein bisschen mehr Frankfurt täte Wiesloch gut!


https://wiesloch-walldorf.adfc.de/neuigkeit/verkehrspolitische-radtour-durch-frankfurt

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